Wertschöpfungskette

Zur besseren Lesbarkeit drehen Sie bitte Ihr Smartphone.

Vom Rohstoff zum Produkt:
Die AGRANA Wertschöpfungskette im
SegmentZucker

Rohstoffbeschaffung
im Segment Zucker

Nachhaltigkeit ist für AGRANA integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Sie beginnt für uns lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe mit deren Beschaffung. Mit dem Segment Zucker sind wir in den zentral- und süd-osteuropäischen Märkten tätig. Wir veredeln Zuckerrüben und Rohzucker zu einer Vielzahl an Zuckerprodukten, die an weiterverarbeitende Industrien sowie, unter der Marke "Wiener Zucker" und weiteren länderspezifischen Marken, über den Lebensmittelhandel vertrieben werden.

Wir verarbeiteten im Geschäftsjahr 2017|18 6,2 Mio. Tonnen von in EU-Ländern von Vertragslandwirten bezogenen Zuckerrüben. Vertragslandwirtschaft ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und die Sicherstellung sowie Dokumentation des Einsatzes guter landwirtschaftlicher Praxis und fairer Arbeitsbedingungen, zu denen wir uns in unseren AGRANA Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bekennen.

Unser im Geschäftsjahr 2012|13 gestartetes Effizienzsteigerungsprogramm "Mont Blanc" trägt mit einer breiten Palette an Seminaren und sonstigen Aktivitäten zu ressourcenschonenderem Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft Nachhaltigkeitsbestrebungen Rechnung.

Im Geschäftsjahr 2017|18 wurde die bisher freiwillige Beantwortung des Farm Sustainability Assessment –(FSA)-Fragebogens der Sustainable Agriculture Initiative ( SAI ) zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Entsprechend dem im Juni 2016 veröffentlichten „ SAI FSA Implementation Framework“ haben ausgewählte Landwirte aus allen fünf Anbauländer (Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) bei der verpflichtenden FSA-Beantwortung und den externen Audits nach SAI -Vorgaben mitgewirkt. Auf Basis der Ergebnisse der externen Verifizierung darf AGRANA Zucker nach SAI -Vorgaben für mehr als 75% aller (d.h. der Grundgesamtheit der) Betriebe den Gold- und Silber-Status ausloben. Damit erfüllen alle Rüben-Vertragsanbauer die AGRANA-Mindestanforderungen, im Rahmen der Audits entdeckte Verbesserungspotenziale werden im Rahmen bestehender Schulungsprogramme adressiert.

Mitgliedschaft bei der SAI :

Wir raffinieren an einigen unserer Produktionsstandorte im Segment Zucker auch Rohzucker aus Zuckerrohr zu Weißzucker. Diesen Rohzucker beziehen wir über Händler aus den am wenigsten entwickelten Ländern ( LDC ) bzw. v. a. aus Brasilien. Um auch für unser Vorprodukt Rohzucker Nachhaltigkeit in der Lieferkette sicherstellen zu können, sind wir seit 2014 Mitglied bei Bonsucro . Dies ermöglicht uns den Bezug von Bonsucro -nachhaltigkeitszertifiziertem Rohzucker aus Zuckerrohr.

Durch die Bonsucro "Chain of Custody"-Zertifizierung unserer Raffinationsstandorte im Herbst 2014 können wir seither auch nachhaltigkeitszertifizierten Raffinationszucker anbieten. Durch unsere Zertifizierung dürfen auch unsere Kunden das Bonsucro - Logo auf ihren Produkten führen. Daneben bieten wir seit vielen Jahren auch FairTrade-zertifizierte Produkte aus Rohrzucker im Einzelhandel an.

Zertifizierungen:

Die Transportwege
im Segment Zucker

Wenngleich der Transport der Rohstoffe und Zuckerprodukte je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5 bis 10 % auf den Carbon-Footprint von Zucker hat, versuchen wir trotzdem auch die Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten.

In der Verarbeitungssaison 2017|18 wurden durchschnittlich rund 36 % der Rüben per Bahn in die Zuckerfabriken geliefert. In Ungarn lag der Anteil mit rund 65 % am höchsten.

Unsere Zuckerproduktion

Aufgrund unserer Nähe zur agrarischen Urproduktion fühlen wir uns der Schonung aller natürlichen Ressourcen auf besondere Weise verpflichtet. Diese Selbstverpflichtung haben wir in der für unsere Produktionsprozesse gültigen AGRANA-Umweltpolitik, die wesentliche Aspekte wie Energieeinsatz und Emissionen, Wasser- und Abfall-Management abdeckt, niedergeschrieben.

Als energieintensiver Veredler agrarischer Rohstoffe streben wir die laufende Optimierung unseres Energieverbrauches sowie unserer Energieeffizienz an. Zur Umsetzung dieser Ziele integrieren wir ein Energiemanagementsystem, basierend auf Standards wie ISO 50001, in unser bestehendes Qualitätsmanagementsystem. Im Geschäftsjahr 2017|18 wurden die Energiemanagementsysteme der bereits im Jahr 2014|15 nach ISO 50001 zertifizierten Produktionsstandorte des Segmentes Zucker rezertifiziert, womit 100 % aller Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über eine aktuelle Zertifizierung verfügen.

ISO 50001 zertifiziert:

In unserer Energiepolitik setzen wir v.a. auf:

  • ErdgasIm Geschäftsjahr 2017|18 deckten wir rund 69 % des direkten Energiebedarfes mit diesem emissionsarmen Energieträger.

  • Neue TechnologienDurch die Installation von Niedertemperaturtrocknern in den Zuckerfabriken in Österreich im Geschäftsjahr 2011|12, die Abwärme aus vorgelagerten Prozessen zur Trocknung von Rübenschnitzeln zur Futtermittelproduktion nutzen, sparten wir seither über 100.000 Tonnen CO2äqu. Emissionen.

  • Versorgung mit BiogasUnsere ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2017|18 rund 31,3 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 71 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2017|18 decken können. Rund 9,2 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases (rund 54 % Methangehalt) wurden über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu rund 5,2 Mio. m³ (Vorjahr: 4,8 Mio. m³) Biomethan (100% Methangehalt) zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 2.090 Einfamilienhäusern.

  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer EnergienIm Geschäftsjahr 2017|18 deckten wir rund 8 % unseres direkten Energieeinsatzes aus erneuerbaren Quellen.

  • Kontinuierliche Verbesserung des spezifischen Energieverbrauches durch unser EnergiemanagementsystemIm Geschäftssegment Zucker streben wir bis 2020|21 die Reduktion des durchschnittlichen spezifischen direkten Energieeinsatzes pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte um 5 % an (Basis 2013|14: 2,62 GJ). Im Geschäftsjahr 2017|18 haben wir das für 2020|21 angepeilte Ziel von 2,49 GJ direktem Energieeinsatz pro Tonne Produktoutput erreicht.

Wasser, das wir in der Produktion benötigen, wird teilweise schon mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Es wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt.

Werkseigene oder externe Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer.

Trotz einem an vielen Standorten bereits sehr sparsamen Umgang mit Wasser, soll der Wassereinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt bis Ende 2020|21 noch einmal um 5% gesenkt werden (Basis 2013|14: 2,03 m3).

Segment Zucker2016 | 17
Wassereinsatz in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte2,14
Wasserabgabe in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte3,19

Die möglichst vollständige Verwertung agrarischer Einsatzstoffe in Form vermarktbarer Haupt- und Nebenprodukte ist für uns unternehmerische Pflicht und gelebte gesellschaftliche Verantwortung.

Im Segment Zucker erzeugen wir pro Tonne Zucker auch rund eine Tonne Nebenprodukte. Diese leisten einerseits einen wichtigen ökonomischen Beitrag und erfüllen andererseits eine ökologische Funktion.

Da sie meist als Futter- und Düngemittel in Tierzucht und Landwirtschaft eingesetzt werden, finden wichtige Mineral- und Nährstoffe im Rahmen eines geschlossenen Kreislaufes zurück in die Natur.

Segment Zucker2017 | 18 in Tonnen
Entsorgte Abfälle72.513
Davon gefährliche Abfälle198
Abfall pro Tonne Produkt2,9 %
Gefährliche Abfälle Pro Tonne Produkt0,008 %
Entsorgte ungefährliche Abfälle nach Entsorgungsart
Kompostierung1.107
Energetische Verwertung710
Wiederverwendung9.866
Recycling4.045
Deponierung39.777
Andere16.809

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2017|18 arbeiteten 2.134 Mitarbeiter in unserem Segment Zucker. Sie machen durch ihr Engagement, ihre Vielfalt an Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven unseren Erfolg aus.

AGRANA versucht auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld einen interessanten Arbeitsplatz, Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung und persönlichen Entwicklung sowie ein Arbeitsklima, in dem man sich respektiert, integriert und zusammengehörig fühlt, anzubieten.

Mitarbeiter im Segment Zucker(zum Stichtag 28. Februar 2018)

Befristete Dienstverhältnisse

149

30,9 %

Unbefristete Dienstverhältnisse

1.809

26,5 %

Arbeiter1.063

17,1 %

Angestellte746

39,8 %

Angestellte in Management Positionen

141

24,8 %

Davon Top Management

18

16,7 %

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich



Arbeitssicherheit im Segment Zucker

Am Ende des Tages zählt, dass alle unsere Mitarbeiter gesund nach Hause zurückkehren. Dieses Ziel versuchen wir durch regelmäßige Schulungen zu sicheren Arbeitsprozessen, die Umsetzung von Best-Practices und die Bereitstellung von Arbeitssicherheitsmaterialien im Rahmen unserer "Zero Accidents"-Politik zu erreichen.

Im Geschäftsjahr 2013|14 haben wir erstmals weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit erhoben.

Verletzungsrate 17 | 18(Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

2,7

0,8

3,4

Ausfallstagequote 17 | 18(Ausfallstage/100 Mitarbeiter p.a.)

36,5

19,7

42,5

Abwesenheitsrate 17 | 18(Ausfallsstunden durch Unfall & Krankheit/ 100 Mitarbeiter p.a.)

6.579,4

6.945,5

6.448,7

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich

Mitarbeiter männlich

Arbeitsbedingungen & deren Kontrolle

Wir haben im Geschäftsjahr 2014|15 unseren AGRANA-Verhaltenskodex überarbeitet, der für alle Mitarbeiter weltweit (soziale) Mindeststandards und Verhaltensregeln vorgibt.

SEDEX :

Unsere Produktionsstandorte führen im Rahmen unserer seit 2009 bestehenden Mitgliedschaft bei SEDEX jährlich ein SEDEX Self-Assessment durch. Um unser Commitment zu untermauern, haben wir 2017 unsere Produktionsstandorte in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien sowie Ungarn einem 4-Pillar SMETA-Audit durch unabhängige Dritte unterzogen. Die Auditberichte stehen SEDEX -Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Trainingsstunden der Mitarbeiter

Aus- und Weiterbildung sowie persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Unsere Mitarbeiter im Segment Zucker haben im Geschäftsjahr 2017|18 durchschnittlich 31 Trainingsstunden absolviert. Insgesamt absolvierten 86,3 % der Mitarbeiter ein Training. Die Aus- und Weiterbildungskosten betrugen 1,6% der Lohn- und Gehaltssumme.

Erzeugte Produkte

Neben einer breiten Palette an Zuckerprodukten in konventioneller und auch Bio-Qualität für den Einsatz in der Lebensmittel- und anderen Industrien sowie für den Absatz im Lebensmitteleinzelhandel, erzeugen wir auch Futter- und Düngemittel für den Einsatz in Tierzucht und Landwirtschaft.

Einige unserer Zertifizierungen:

Finden Sie Ihr Produkt