Vom Rohstoff zum Produkt:
Die AGRANA Wertschöpfungskette im
SegmentZucker

Rohstoffbeschaffung
im Segment Zucker

Nachhaltigkeit ist für AGRANA integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Sie beginnt für uns lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe mit deren Beschaffung. Mit dem Segment Zucker sind wir in den zentral- und süd-osteuropäischen Märkten tätig. Wir veredeln Zuckerrüben und Rohzucker zu einer Vielzahl an Zuckerprodukten, die an weiterverarbeitende Industrien sowie, unter der Marke "Wiener Zucker" und weiteren länderspezifischen Marken, über den Lebensmittelhandel vertrieben werden.

Wir verarbeiteten im Geschäftsjahr 2020|21 4,8 Mio. Tonnen von in EU-Ländern von Vertragslandwirten bezogenen Zuckerrüben. Vertragslandwirtschaft ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und die Sicherstellung sowie Dokumentation des Einsatzes guter landwirtschaftlicher Praxis und fairer Arbeitsbedingungen, zu denen wir uns in unseren AGRANA Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bekennen.

Im Geschäftsjahr 2020|21 führten wir unsere Aktivitäten zur Verbesserung der agrarischen Praxis gemeinsam mit dem Segment Stärke im Beratungsprogramm „AGRANA4You“ weiter. Covidbedingt mussten Aktivitäten in diesem Bereich 2020|21 prinzipiell auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme begrenzt werden.

Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt. AGRANA Zucker hat ihre Rübenvertragslieferanten in allen fünf Anbauländer in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen, 2020 fanden die Re-Verifizierungsaudits statt. In den Gruppen in Österreich und der Tschechischen Republik erreichten 100 % der Betriebe mindestens FSA Silber-Status. In Rumänien, der Slowakei und Ungarn konnten die Audits aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen verursacht durch die COVID-19-Pandemie nicht abgeschlossen werden, sodass die seit 2017 gültigen Bescheinigungen um ein Jahr verlängert wurden. Schon beim Erstaudit erreichten alle slowakischen Betriebe mindestens FSA Silber-Status, in Ungarn waren es 96 %, in Rumänien 31 %.

Mitgliedschaft bei der SAI:

Wir raffinieren an einigen unserer Produktionsstandorte im Segment Zucker auch Rohzucker aus Zuckerrohr zu Weißzucker. Diesen Rohzucker beziehen wir über Händler aus den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) bzw. v. a. aus Brasilien.

Die Transportwege
im Segment Zucker

Wenngleich der Transport der Rohstoffe und Zuckerprodukte je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5 bis 10 % auf den Carbon-Footprint von Zucker hat, versuchen wir trotzdem auch die Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten.

In der Verarbeitungssaison 2020|21 wurden durchschnittlich rund 32 % der Rüben per Bahn in die Zuckerfabriken geliefert. In Österreich und Ungarn lag der Anteil mit rund 52 % bzw. 49 % am höchsten.

Unsere Zuckerproduktion

Aufgrund unserer Nähe zur agrarischen Urproduktion fühlen wir uns der Schonung aller natürlichen Ressourcen auf besondere Weise verpflichtet. Diese Selbstverpflichtung haben wir in der für unsere Produktionsprozesse gültigen AGRANA-Umweltpolitik, die wesentliche Aspekte wie Energieeinsatz und Emissionen, Wasser- und Abfall-Management abdeckt, niedergeschrieben.

Als energieintensiver Veredler agrarischer Rohstoffe streben wir die laufende Optimierung unseres Energieverbrauches, unserer Energieeffizienz sowie eine Reduktion unserer Emissionen an. Zur Umsetzung dieser Ziele integrieren wir ein Energiemanagementsystem, basierend auf Standards wie ISO 50001, in unser bestehendes Qualitätsmanagementsystem. 2020|21 hielten die Energiemanagementsysteme aller Produktionsstandorte eine Zertifizierung nach ISO 50001.

ISO 50001 zertifiziert:

In unserer Energiepolitik setzen wir v.a. auf:

  • EnergiemixIm Geschäftsjahr 2020|21 deckten wir rund 58 % unseres Gesamtenergiebedarfes mit Erdgas, 24 % mit Kohle und Koks, 8 % mit Dampf, 8 % mit Biogas, Biomasse sowie erneuerbarem Strom und anderen.

  • Neue TechnologienDurch die Installation von Niedertemperaturtrocknern in den Zuckerfabriken in Österreich im Geschäftsjahr 2011|12, die Abwärme aus vorgelagerten Prozessen zur Trocknung von Rübenschnitzeln zur Futtermittelproduktion nutzen, sparten wir seither rund 30.000 Tonnen CO2 Emissionen jährlich.

  • Biogas - Energieträger der ZukunftUnsere ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2020|21 rund 19,3 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 69 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2020|21 decken können. Rund 10,3 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases (rund 54 % Methangehalt) wurden verkauft und großteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan (100% Methangehalt) zur Einspeisung ins lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 2.070 Einfamilienhäusern.

  • Dekarbonisierung bis 2040AGRANA bekennt sich zum Ziel der CO2-neutralen Produktion bis 2040. Dieses herausfordernde Ziel kann nur durch einen politisch und gesellschaftlich unterstützten Maßnahmenmix in mehreren Schritten erreicht werden. Die möglichen Maßnahmen gliedern sich in zwei wesentliche Kategorien, einerseits Energieeffizienzsteigerungen, andererseits den Umstieg auf erneuerbare Energieträger. In Zukunft werden wir eiweißarme Rohstoffreste zunehmend energetisch nutzen, um fossile Energieträger zu ersetzen, wie in der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár.

  • Kontinuierliche Verbesserung des spezifischen Energieverbrauches durch unser EnergiemanagementsystemDas bis 2020|21 gesetzte Ziel der Reduktion des durchschnittlichen spezifischen direkten Energieeinsatzes pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte um 5 % (Basis 2013|14: 2,62 GJ) wurde 2017|18 und auch 2020|21 erreicht.

Wasser, das wir in der Produktion benötigen, wird teilweise schon mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Es wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. In Summe gibt eine Zuckerfabrik mehr Wasser ab, als sie aufnimmt und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.

Werkseigene oder externe Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer.

Trotz einem an vielen Standorten bereits sehr sparsamen Umgang mit Wasser, soll die Wasserentnahme pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt bis Ende 2020|21 noch einmal um 5% gesenkt werden (Basis 2013|14: 2,03 m3). Das Ziel wurde verfehlt.

Segment Zucker 2020 | 21
Wasserentnahme in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 2,49
Wasserabgabe in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 3,77
Wasserverbrauch in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte -1,28

Die möglichst vollständige Verwertung agrarischer Einsatzstoffe in Form vermarktbarer Haupt- und Nebenprodukte ist für uns unternehmerische Pflicht und gelebte gesellschaftliche Verantwortung.

Im Segment Zucker erzeugen wir pro Tonne Zucker auch rund eine Tonne Nebenprodukte. Diese leisten einerseits einen wichtigen ökonomischen Beitrag und erfüllen andererseits eine ökologische Funktion.

Da sie meist als Futter- und Düngemittel in Tierzucht und Landwirtschaft eingesetzt werden, finden wichtige Mineral- und Nährstoffe im Rahmen eines geschlossenen Kreislaufes zurück in die Natur.

Segment Zucker 2020 | 21 in Tonnen
Entsorgte Abfälle 34.728
Davon gefährliche Abfälle 137
Kilogramm Abfall pro Tonne Produkt 19,3 kg
Gramm gefährliche Abfälle Pro Tonne Produkt 76 g

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2020|21 arbeiteten 2.039 Mitarbeiter (Köpfe) in unserem Segment Zucker. Sie machen durch ihr Engagement, ihre Vielfalt an Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven unseren Erfolg aus.

AGRANA versucht auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld einen interessanten Arbeitsplatz, Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung und persönlichen Entwicklung sowie ein Arbeitsklima, in dem man sich respektiert, integriert und zusammengehörig fühlt, anzubieten.

Mitarbeiter im Segment Zucker(zum Stichtag 28. Februar 2021)

Befristete Dienstverhältnisse

123

34,1 %

Unbefristete Dienstverhältnisse

1.687

27,1 %

Arbeiter970

17,7 %

Angestellte717

39,9 %

Angestellte in Management Positionen

155

28,4 %

Davon Top Management

16

18,8 %

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich



Arbeitssicherheit im Segment Zucker

Am Ende des Tages zählt, dass alle unsere Mitarbeiter gesund nach Hause zurückkehren. Dieses Ziel versuchen wir durch regelmäßige Schulungen zu sicheren Arbeitsprozessen, die Umsetzung von Best-Practices und die Bereitstellung von Arbeitssicherheitsmaterialien im Rahmen unserer "Zero Accidents"-Politik zu erreichen.

Im Geschäftsjahr 2013|14 haben wir erstmals weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit erhoben.

Verletzungsrate 20 | 21(Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

2,7

1,7

3,1

Rate schwerer Unfälle 20 | 21(schwere Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

0,1

0,0

0,1

Rate der Todesfälle 20 | 21(Todesfälle / 100 Mitarbeiter p.a.)

0,0

0,0

0,0

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich

Mitarbeiter männlich

Arbeitsbedingungen & deren Kontrolle

Wir haben im Geschäftsjahr 2018|19 unseren AGRANA-Verhaltenskodex überarbeitet, der für alle Mitarbeiter weltweit (soziale) Mindeststandards und Verhaltensregeln vorgibt.

SEDEX:

Unsere Produktionsstandorte führen im Rahmen unserer seit 2009 bestehenden Mitgliedschaft bei SEDEX jährlich ein SEDEX Self-Assessment durch. Um unser Commitment zu untermauern, haben wir 2020 77,8 % unsere Produktionsstandorte einem 4-Pillar SMETA-Audit durch unabhängige Dritte unterzogen. Die Auditberichte stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Trainingsstunden der Mitarbeiter

Aus- und Weiterbildung sowie persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Unsere Mitarbeiter im Segment Zucker haben im Geschäftsjahr 2020|21 durchschnittlich 15,1 Trainingsstunden absolviert. Insgesamt absolvierten 95 % der Mitarbeiter ein Training. Die Aus- und Weiterbildungskosten betrugen 0,7 % der Lohn- und Gehaltssumme.

Ecovadis

Im Geschaftsjahr 2020|21 nahm die AGRANA Zucker GmbH wieder eine Aktualisierung ihrer im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis seit 2014 jahrlich gemeldeten nachhaltigkeitsrelevanten Daten vor. Sie erzielte Silber-Status.

Erzeugte Produkte

Neben einer breiten Palette an Zuckerprodukten in konventioneller und auch Bio-Qualität für den Einsatz in der Lebensmittel- und anderen Industrien sowie für den Absatz im Lebensmitteleinzelhandel, erzeugen wir auch Futter- und Düngemittel für den Einsatz in Tierzucht und Landwirtschaft.

Einige unserer Zertifizierungen:

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