Wertschöpfungskette

Vom Rohstoff zum Produkt:
Die AGRANA Wertschöpfungskette im
SegmentZucker

Rohstoffbeschaffung
im Segment Zucker

Nachhaltigkeit ist für AGRANA integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Sie beginnt für uns lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe mit deren Beschaffung. Mit dem Segment Zucker sind wir in den zentral- und süd-osteuropäischen Märkten tätig. Wir veredeln Zuckerrüben und Rohzucker zu einer Vielzahl an Zuckerprodukten, die an weiterverarbeitende Industrien sowie, unter der Marke "Wiener Zucker" und weiteren länderspezifischen Marken, über den Lebensmittelhandel vertrieben werden.

Wir verarbeiteten im Geschäftsjahr 2019|20 4,6 Mio. Tonnen von in EU-Ländern von Vertragslandwirten bezogenen Zuckerrüben. Vertragslandwirtschaft ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und die Sicherstellung sowie Dokumentation des Einsatzes guter landwirtschaftlicher Praxis und fairer Arbeitsbedingungen, zu denen wir uns in unseren AGRANA Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bekennen.

Im Geschäftsjahr 2019|20 führten wir unsere bisher unter dem Namen „Mont Blanc“ bekannten Aktivitäten zur Verbesserung der agrarischen Praxis mit den im Segment Stärke bestehenden Aktivitäten für Vertragsanbauer im Agrarmarketingprogramm „AGRANA4You“ zusammen.Ziel des gemeinsamen Programmes ist auch mit einer breiten Palette an Seminaren und sonstigen Aktivitäten zu ressourcenschonenderem Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft Nachhaltigkeitsbestrebungen Rechnung zu tragen.

Im Geschäftsjahr 2017|18 wurde die bisher freiwillige Beantwortung des Farm Sustainability Assessment –(FSA)-Fragebogens der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Entsprechend dem im Juni 2016 veröffentlichten „SAI FSA Implementation Framework“ haben ausgewählte Landwirte aus allen fünf Anbauländer (Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) bei der verpflichtenden FSA-Beantwortung und den externen Audits nach SAI-Vorgaben mitgewirkt. Auf Basis der Ergebnisse der externen Verifizierung darf AGRANA Zucker nach SAI-Vorgaben für mehr als 75% aller (d.h. der Grundgesamtheit der) Betriebe den Gold- und Silber-Status ausloben. Damit erfüllen alle Rüben-Vertragsanbauer die AGRANA-Mindestanforderungen, im Rahmen der Audits entdeckte Verbesserungspotenziale wurden im Rahmen bestehender Schulungsprogramme adressiert. Für das Geschäftsjahr 2020|21 sind in Übereinstimmung mit den SAI-Vorgaben FSA Re-Verifizierungsaudits vorgesehen.

Mitgliedschaft bei der SAI:

Wir raffinieren an einigen unserer Produktionsstandorte im Segment Zucker auch Rohzucker aus Zuckerrohr zu Weißzucker. Diesen Rohzucker beziehen wir über Händler aus den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) bzw. v. a. aus Brasilien.

Die Transportwege
im Segment Zucker

Wenngleich der Transport der Rohstoffe und Zuckerprodukte je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5 bis 10 % auf den Carbon-Footprint von Zucker hat, versuchen wir trotzdem auch die Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten.

In der Verarbeitungssaison 2019|20 wurden durchschnittlich rund 32 % der Rüben per Bahn in die Zuckerfabriken geliefert. In Ungarn und Österreich lag der Anteil mit rund 50 % am höchsten.

Unsere Zuckerproduktion

Aufgrund unserer Nähe zur agrarischen Urproduktion fühlen wir uns der Schonung aller natürlichen Ressourcen auf besondere Weise verpflichtet. Diese Selbstverpflichtung haben wir in der für unsere Produktionsprozesse gültigen AGRANA-Umweltpolitik, die wesentliche Aspekte wie Energieeinsatz und Emissionen, Wasser- und Abfall-Management abdeckt, niedergeschrieben.

Als energieintensiver Veredler agrarischer Rohstoffe streben wir die laufende Optimierung unseres Energieverbrauches sowie unserer Energieeffizienz an. Zur Umsetzung dieser Ziele integrieren wir ein Energiemanagementsystem, basierend auf Standards wie ISO 50001, in unser bestehendes Qualitätsmanagementsystem. Im Geschäftsjahr 2019|20 hielten die Energiemanagementsysteme 100 % bzw. aller Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über eine Zertifizierung nach ISO 50001.

ISO 50001 zertifiziert:

In unserer Energiepolitik setzen wir v.a. auf:

  • EnergiemixIm Geschäftsjahr 2019|20 deckten wir rund 60% unseres Gesamtenergiebedarfes mit Erdgas, 22% mit Kohle und Koks, 8 % mit Dampf, 7% mit Biogas, Biomasse sowie erneuerbarem Strom und anderen.

  • Neue TechnologienDurch die Installation von Niedertemperaturtrocknern in den Zuckerfabriken in Österreich im Geschäftsjahr 2011|12, die Abwärme aus vorgelagerten Prozessen zur Trocknung von Rübenschnitzeln zur Futtermittelproduktion nutzen, sparten wir seither rund 240.000 Tonnen CO2äqu. Emissionen.

  • Biogas - Energieträger der ZukunftUnsere ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2019|20 rund 23 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 73 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2019|20 decken können. Rund 9,7 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases (rund 54 % Methangehalt) wurden verkauft und großteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan (100% Methangehalt) zur Einspeisung ins lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 2.054 Einfamilienhäusern.

  • Dekarbonisierung bis 2040AGRANA bekennt sich zum Ziel der CO2-neutralen Produktion bis 2040. Dieses herausfordernde Ziel kann nur durch einen politisch und gesellschaftlich unterstützten Maßnahmenmix in mehreren Schritten erreicht werden. Die möglichen Maßnahmen gliedern sich in zwei wesentliche Kategorien, einerseits Energieeffizienzsteigerungen, andererseits den Umstieg auf erneuerbare Energieträger. In Zukunft werden wir eiweißarme Rohstoffreste grundsätzlich energetisch nutzen, um fossile Energieträger zu ersetzen, wie in der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár., wo wir seit Jahren eigenes Biogas aus Rübenschnitzeln erzeugen. Wir werden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 parallel zum Auslaufen unserer aktuellen Zielsetzungsperiode einen konkreten Etappenplan zur Dekarbonisierung bis 2040 entwickeln.

  • Kontinuierliche Verbesserung des spezifischen Energieverbrauches durch unser EnergiemanagementsystemIn der noch bis 2020|21 laufenden Zielsetzungsperiode streben wir die Reduktion des durchschnittlichen spezifischen direkten Energieeinsatzes pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte um 5 % an (Basis 2013|14: 2,62 GJ). Im Geschäftsjahr 2017|18 haben wir das für 2020|21 angepeilte Ziel von 2,49 GJ direktem Energieeinsatz pro Tonne Produktoutput erreicht, 2018|19 und 2019|20 aufgrund der geringen Rübenmenge und -qualität leider nicht.

Wasser, das wir in der Produktion benötigen, wird teilweise schon mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Es wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. In Summe gibt eine Zuckerfabrik mehr Wasser ab, als sie aufnimmt und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.

Werkseigene oder externe Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer.

Trotz einem an vielen Standorten bereits sehr sparsamen Umgang mit Wasser, soll die Wasserentnahme pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt bis Ende 2020|21 noch einmal um 5% gesenkt werden (Basis 2013|14: 2,03 m3).

Segment Zucker 2019 | 20
Wasserentnahme in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 2,45
Wasserabgabe in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte 3,45
Wasserverbrauch in m3 pro Tonne Haupt- & Nebenprodukte -1,0

Die möglichst vollständige Verwertung agrarischer Einsatzstoffe in Form vermarktbarer Haupt- und Nebenprodukte ist für uns unternehmerische Pflicht und gelebte gesellschaftliche Verantwortung.

Im Segment Zucker erzeugen wir pro Tonne Zucker auch rund eine Tonne Nebenprodukte. Diese leisten einerseits einen wichtigen ökonomischen Beitrag und erfüllen andererseits eine ökologische Funktion.

Da sie meist als Futter- und Düngemittel in Tierzucht und Landwirtschaft eingesetzt werden, finden wichtige Mineral- und Nährstoffe im Rahmen eines geschlossenen Kreislaufes zurück in die Natur.

Segment Zucker 2019 | 20 in Tonnen
Entsorgte Abfälle 38.088
Davon gefährliche Abfälle 311
Kilogramm Abfall pro Tonne Produkt 20,4 kg
Gramm gefährliche Abfälle Pro Tonne Produkt 167 g
Entsorgte ungefährliche Abfälle nach Entsorgungsart
Kompostierung 1.855
Energetische Verwertung 688
Wiederverwendung 986
Recycling 10.002
Deponierung 23.187
Andere 1.060

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2019|20 arbeiteten 2.090 Mitarbeiter (Köpfe) in unserem Segment Zucker. Sie machen durch ihr Engagement, ihre Vielfalt an Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven unseren Erfolg aus.

AGRANA versucht auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld einen interessanten Arbeitsplatz, Möglichkeiten der fachlichen Aus- und Weiterbildung und persönlichen Entwicklung sowie ein Arbeitsklima, in dem man sich respektiert, integriert und zusammengehörig fühlt, anzubieten.

Mitarbeiter im Segment Zucker(zum Stichtag 29. Februar 2020)

Befristete Dienstverhältnisse

162

37,0 %

Unbefristete Dienstverhältnisse

1.803

27,1 %

Arbeiter1.036

17,7 %

Angestellte767

39,8 %

Angestellte in Management Positionen

154

24,0 %

Davon Top Management

18

11,1 %

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich



Arbeitssicherheit im Segment Zucker

Am Ende des Tages zählt, dass alle unsere Mitarbeiter gesund nach Hause zurückkehren. Dieses Ziel versuchen wir durch regelmäßige Schulungen zu sicheren Arbeitsprozessen, die Umsetzung von Best-Practices und die Bereitstellung von Arbeitssicherheitsmaterialien im Rahmen unserer "Zero Accidents"-Politik zu erreichen.

Im Geschäftsjahr 2013|14 haben wir erstmals weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit erhoben.

Verletzungsrate 19 | 20(Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

2,6

1,9

2,8

Rate schwerer Unfälle 19 | 20(schwere Unfälle/100 Mitarbeiter p.a.)

0,1

0,0

0,1

Rate der Todesfälle 19 | 20(Todesfälle / 100 Mitarbeiter p.a.)

0,0

0,0

0,0

Mitarbeiter Gesamt

Mitarbeiter weiblich

Mitarbeiter männlich

Arbeitsbedingungen & deren Kontrolle

Wir haben im Geschäftsjahr 2018|19 unseren AGRANA-Verhaltenskodex überarbeitet, der für alle Mitarbeiter weltweit (soziale) Mindeststandards und Verhaltensregeln vorgibt.

SEDEX:

Unsere Produktionsstandorte führen im Rahmen unserer seit 2009 bestehenden Mitgliedschaft bei SEDEX jährlich ein SEDEX Self-Assessment durch. Um unser Commitment zu untermauern, haben wir 2017 unsere Produktionsstandorte in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien sowie Ungarn einem 4-Pillar SMETA-Audit durch unabhängige Dritte unterzogen. Die Auditberichte stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Trainingsstunden der Mitarbeiter

Aus- und Weiterbildung sowie persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Unsere Mitarbeiter im Segment Zucker haben im Geschäftsjahr 2019|20 durchschnittlich 26,8 Trainingsstunden absolviert. Insgesamt absolvierten 89,7 % der Mitarbeiter ein Training. Die Aus- und Weiterbildungskosten betrugen 1,9 % der Lohn- und Gehaltssumme.

Erzeugte Produkte

Neben einer breiten Palette an Zuckerprodukten in konventioneller und auch Bio-Qualität für den Einsatz in der Lebensmittel- und anderen Industrien sowie für den Absatz im Lebensmitteleinzelhandel, erzeugen wir auch Futter- und Düngemittel für den Einsatz in Tierzucht und Landwirtschaft.

Einige unserer Zertifizierungen:

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